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Abfallwirtschaftsbetrieb setzt auf wasserstoffbetriebenes Sperrmüllfahrzeug

Abfallwirtschaftsbetrieb setzt auf wasserstoffbetriebenes Sperrmüllfahrzeug

Meppen. Der emsländische Abfallwirtschaftsbetrieb zeigt, wie die Mobilität der Zukunft aussieht. Am 19. Juli präsentierte der Landrat des Emslandes, Marc-André Burgdorf, am Zentraldeponie-Standort in Wesuwe einen Förderbescheid des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Höhe von 796.000 €. Mit der Förderung im Rahmen des Nationalen Investitionsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP II) soll ein wasserstoffbetriebenes Sperrmüllfahrzeug angeschafft werden, welches ab Herbst 2022 den Lingener und Emsbürener Sperrmüll einsammeln wird. Durch den Einsatz des CO2-neutralen Sperrmüllfahrzeugs können mehr als 30 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. 

„Ich freue mich sehr, dass wir passend zum 25-jährigen Jubiläum des Abfallwirtschaftsbetriebes gemeinsam einen wichtigen Schritt in die Mobilität der Zukunft gehen. Wir sind alle gefordert, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und den Klimawandel zu stoppen. Wir als Landkreis wollen vorangehen und zeigen, dass es geht“, sagt der emsländische Landrat Marc-André Burgdorf. Das neue Sperrmüllfahrzeug soll ausschließlich mit grünem, also CO2-neutralem Wasserstoff betrieben werden, der aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. „Schon heute wird dieser im emsländischen Werlte produziert und die Kapazitäten werden in den kommenden Jahren durch Projekte wie CEC Haren, Lingen Green Hydrogen oder GET H2 noch erheblich steigen“, erklärt Burgdorf.

Fahrzeug wird vom BMVI mit 796.000 € subventioniert

Gefördert wird die Anschaffung des Sperrmüllfahrzeugs im Rahmen des Nationalen Investitionsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP II) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt. Insgesamt 90 Prozent der Mehrkosten für das klimaneutrale Fahrzeug werden durch den Staat subventioniert. Die Anwendung alternativer Antriebsformen ist ein wichtiges Standbein in der Umsetzung der Ziele der Bundesregierung zur CO2-Reduzierung im Verkehrssektor. Grüner Wasserstoff dient dabei insbesondere im Bereich des Schwerlastverkehrs und im Bereich der Nutzfahrzeuge als klimafreundliche Alternative, um die Verwendung von fossilen Energieträgern wie Öl und Erdgas abzulösen.

„Nach und nach wollen wir unseren gesamten Fuhrpark auf CO2-neutrale Antriebe umstellen“, erklärt Harald Litz, stellvertretender Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebes Landkreis Emsland: „Allein durch den Austausch dieses Fahrzeugs sparen wir bereits mehr als 30 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Das ist so viel, als würde man mit einem großen Auto fünf Mal die Welt umrunden! Während viele wirtschaftliche und kommunale Betriebe derzeit noch abwarten, wollen wir bereits jetzt Erfahrungen mit den neuen Antrieben sammeln. Davon sollen dann auch andere kommunale Einrichtungen und Akteure profitieren können.

Modular angepasstes Fahrzeug soll im Herbst 2022 den Betrieb aufnehmen

Das Projekt „COSPEL – CO2-neutrale Sperrmüllsammlung im Emsland“ hat sich aus der engen Zusammenarbeit der Kommune mit der H2-Region Emsland im Rahmen des HyExperts-Projekts entwickelt. In dem vom BMVI mit 300.000 Euro geförderten HyExperts-Projekt wird ein wissenschaftliches Gesamtkonzept für die Wasserstoffregion erarbeitet, aus dem in einem zweiten Schritt konkrete Umsetzungsprojekte und Anschaffungen getätigt werden. „Das CO2-neutrale Sperrmüllfahrzeug ist ein erstes Praxisprojekt, was bereits während der Laufzeit des HyExperts-Projekts in die Umsetzung geht“ erklärt der Geschäftsstellenleiter der H2-Region Emsland, Dr. Tim Husmann. Aber nicht nur die Fahrzeugbeschaffung sei wichtig: „In unserem HyExperts-Projekt steht die ganze Wertschöpfungskette im Fokus, also von der Erzeugung des Wasserstoffs über die Vertankung bis zum Verbraucher. Nur durch die Verknüpfung von Henne und Ei, also die Verbindung von Tankstelle und Fahrzeug, ist es möglich, die Wasserstoffmobilität aufzubauen.“

Mit der Übergabe des Förderbescheids kann nun die Ausschreibung für das wasserstoffbetriebene Sperrmüllfahrzeug erfolgen. Um ein passgenaues Fahrzeug zu erwerben, fahren die Abfallwirtschaftsbetriebe in den nächsten drei Wochen die geplanten Strecken in Lingen und Emsbüren ab, in denen das neue Fahrzeug zum Einsatz kommen soll. Auf Basis der erhobenen Daten wird das Fahrzeug modular angepasst und kann im Herbst 2022 seinen Betrieb im Landkreis Emsland aufnehmen.

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